Museum als kreatives Klassenzimmer

Museum als kreatives Klassenzimmer

Seit einigen Monaten haben Kunstlehrer die Möglichkeit, das Diözesanmuseum Paderborn als erweitertes Klassenzimmer für das Fach Kunst zu nutzen. Skulpturen, Gemälde und Goldschmiedewerke aus 1000 Jahren stehen den Schülerinnen und Schülern als Modelle für den Kunstunterricht zur Verfügung. Staffeleien und Informationen rund um die Kunstwerke werden vom Diözesanmuseum gestellt, den Unterricht vor den kostbaren Objekten übernehmen die Lehrer. Goldene Kelche, Monstranzen mit filigranen Verzierungen und aufwendig gearbeitete Skulpturen werden so von den Schülern auf Papier gebannt und neu zum Leben erweckt. Auf Wunsch der Schüler werden ihre Werke am Ende des Kurses im Museum ausgestellt. Damit erhalten sie über den Kunstunterricht hinaus auch spannende Einblicke in den Museumsalltag.

Am 11. November war es soweit: Der erste Kurs – die Klasse EF des Reismann Gymnasiums – präsentierte ihre Werke im Museum. Die Schüler, die im Durchschnitt 16 Jahre alt sind, besuchten bis zur Mittelstufe verschiedene Schulen in Paderborn und seiner Umgebung, haben bislang folglich also ganz unterschiedliche Erfahrungen mit der Gestaltungstechnik Zeichnen gemacht. 

Im Museum konnten sie mit unterschiedlichen Materialien – z.B. Kohle, Kreide oder Blei – im großen Format experimentieren und auch erstmals Erfahrungen an der Staffelei sammeln. Bei der Auswahl der Objekte zeichneten sich die Schüler durch eine große Variationsbreite aus: Werke der Schatzkunst kamen ihnen ebenso vor die Staffelei, wie Skulpturen, Reliquiengefäße oder Glaspokale. Die Zeichnungen sind im Museum zumeist jeweils direkt bei den Objekten ausgestellt, für Besucher des Hauses heißt es also „Achtung ! Kunst !“ Die Werke zeigen die außerordentliche Kunstfertigkeit der Schüler, die sich den Objekten der Sammlung des Museums aus den unterschiedlichsten Perspektiven näherten. Dass sich die jungen Künstler mit ihren Werken nicht verstecken müssen, zeigen eindrücklich Zeichnungen, die von Archivaren und Zeichnern des 19. Jahrhunderts von Stücken der Sammlung angefertigt wurden und nun im Museum zum Teil direkt neben den Arbeiten der Schüler zu sehen sind.

Zur Eröffnung sprach neben der den Zeichenkurs betreuenden Lehrerin Petra Finger auch Schulleiter Siegfried Rojahn. Die Schüler Sonia Bakir und Arthur Kesner führten in die Ausstellung ein, für den musikalischen Rahmen sorgte Yiwei Fu.

Die Schülerarbeiten werden vom 11. November an für 2 Wochen im Diözesanmuseum zu sehen sein.

Impressionen von der Vernissage

Jan Schlenger beim Zeichnen im Diözesanmuseum

Konzentriert am Werk. Jan Schlenger vom Paderborner Reismann-Gymnasium freut sich auf die Präsentation seiner Zeichnung im Diözesanmuseum Paderborn. Bild: Diözesanmuseum Paderborn

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Anthony Martens

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Arthur Kesner

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Veronika Gamerman

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