Wunderwerk – Göttliche Ordnung und vermessene Welt
Der Goldschmied und Kupferstecher Antonius Eisenhoit (1553/54 – 1603) und die Hofkunst um 1600
14.9.2003 – 11.1.2004
Er schuf Wunderwerke von außergewöhnlichem Rang und doch gehört er zu den kaum bekannten Großen der höfisch geprägten Kunst des Manierismus am Aufgang der Neuzeit: der weit gereiste, im Dienst von Adel und Fürsten tätige Goldschmied und Kupferstecher Antonius Eisenhoit. Sein 400. Todestag gab dem Diözesanmuseum Paderborn den Anlass, 2003 sein künstlerisches Gesamtwerk im Spannungsfeld zwischen Kunst, Wissenschaft und Technik zu erfassen und in einer Ausstellung zu präsentieren.
Nach ergebnisreichen Lehr- und Wanderjahren in Nürnberg und Rom kehrte Eisenhoit um 1580 in seine Heimatstadt Warburg zurück, um von dort für bürgerliche und adelige Auftraggeber zu arbeiten. Als enger Mitarbeiter des Mathematikers und Kasseler Hofuhrmachers Jost Bürgi gestaltete Eisenhoit die Sternbildgravuren auf den Bürgi konstruierten Himmelsgloben, von denen sich fünf kostbare meisterliche Exemplare in Museen in Kassel, Paris, Zürich und Stockholm erhalten haben.
Die Kunstkammern an den Fürstenhöfen waren Laboratorien für innovative technische, künstlerische und wissenschaftliche Entwicklungen. Dabei stand die Kunst, wie Eisenhoit beweist – als gleichberechtigter Partner im Verbund mit anderen Disziplinen. Wichtige Aspekte wie die Erkundung des Kosmos, die Eroberung des Raumes und die Vermessung der Welt – wurden im Diözesanmuseum mit eindrucksvollen Exponaten und multimedialen Inszenierungen mit Anleihen aus Weltraum-Wissenschaft und –Technik vergegenwärtigt.



